REVIEW: Audient ASP008

Generelle Information:
Der Audient ASP008 ist ein 8-Fach Micpre-amp (2 DI/Instrument Eingänge sind ebenfalls enthalten) mit einem elektronisch symetrierten 25 pin D / DA88 standard Ausgang und optional erhältlichen 48/96kHz AES, S/PDIF und 48kHz ADAT light-pipe Karten. Ich arbeite meistens mit der 48khz ADAT light-pipe-Option. Ich habe dieses Gerät gekauft, als das Hauptproblem eines jeden Aufnahmetechnikers eine veränderbare Micpre-Impedanz war
. Vorher wollte ich eigentlich gar nie die Impedanz ändern, aber nach einem Hype auf einem gewissen Onlineforum, wollte ich natürlich auch dabei sein. Der einfachste Weg wäre eine kleine DIY-Box mit LC-Kompenten gewesen, aber schlussendlich ist es ja auch eine Look’n'Feel Sache und professioneller. Der Audient ASP008 ist jetzt seit 3 Jahren (+/-) bei mir im Besitz. Ich nehme fast alles damit auf, von Klassischer Musik bis Deathmetal-Drums, somit habe ich einiges an Erfahrung damit Sammeln können.
Probleme und Technisches
Die absolute Wahrheit: 3x war das Teil schon in der Reparatur. Das erste mal war die ADAT-Karte kaputt, das 2. und 3. waren nur die Sicherungen durchgebrannt. Nach einem Gespräch mit dem Audient-Service-Techniker, wurde mir erklärt, dass sie mit der ersten Serie, Hitzeprobleme hatten und ebenfalls mit dem Löten und dem Print. Meine Unit hatte schon den Ventilator (der arbeitet übrigens sehr leise). Wenn ihr also so eine Unit auf ebay kaufen wollt, behaltet den Ventilator im Auge, wenn keiner drin ist, nicht mitbieten! (für den Fall, dass ihr gerne Pinguine am Nordpol aufnehmt, können wir natürlich nochmal diskutieren). Mein Gerät hatte evil Lötstellen (die Lötstellen machten Kontakt zum Gehäuse), somit brannten dauernd die Sicherungen durch. Der ASP008 hat externe WC/BNC eingänge. Ich verwende diese um das Gerät zu erden. Es reagiert sehr sensibel (ich glaube es ist primär die ADAT-Karte) auf schwierige Spannungsverhältnisse oder unterschiedliche Stromkreise. Das heisst, wenn ich mein ADI-8 an den Stromkreis A hänge und den ASP008 an den Stromkreis B, mit unterschiedlichen Erdungen, spielen die ADAT-Outs verrückt. Das gleiche passiert wenn ich den ASP008 am gleichen Stromkreis wie meine Monitore betreibe.
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Gain ist kein Problem. Das Gerät liefert die versprochenen 60dB. Das wirkliche Problem besteht darin, dass sich die meiste Verstärkung zwischen 45 und 60dB abspielt. Die mini-Poties sind anscheinend linear von 0 bis 60 dB, was manchmal dazu führt, die richtige Einstellung zu finden. Das geile am ASP008 ist das Eigenrauschen, welches praktisch nicht vorhanden ist, somit perfekt geeignet für Klassiche Musik. Sehr linear ist er, der Preamp (-10Hz bis +300khz) und schnell, einstellbare Impedanz und ja, ich habe sie noch nie benützt, wenn dann nur beim experimentieren vor Aufnahmen. Mein favorit ist die Mittelposition… das ist irgendwie scheisse. Wenn ich den ASP008 mit dem GT VIPRE vergleiche, hat Audient defintiv irgendwas falsch gemacht.
Sound
Nach all den Problemen mit dem Gerät, schauen wir uns den Sound an. Die Preamps sind clean und liefern genug Gain. Die cleveren Designelemente des ASP008 sind Dinge wie Hochpass, PAD, Phasenkehrer. Auf Heavy-Gitarren ist er ziemlich beschissen; man hört zuviele Details und der Sound ist nicht Fett. Für Gitarren kommt mir nur mein Chandler Germanium unter. Für Background-Vocals, Kick und Overheads ist er erstklassig. Der Interne Overhead ist mit +21dBU nicht wirklich enorm. Der Input ist einfach zu clippen, was zu dramatischen Konsequenzen führt, wenn man den ADAT out benützt. Der Preamp hat aber ein sehr schönes Topend. Wenn man das Signal, welches mit dem Audient aufgenommen wurde hart komprimiert, bekommt man diesen “silky touch of evil” (verglichen mit RME Preamps - wenn ich da hart komprimiere, ist das silky topend nur Rauschen).
Zusammenfassung
Wenn du etwas multifunktionales suchst - kauf es! Wenn du auf der Suche nach Sound bist, kauf etwas anderes. Seit ich weiss, wo die Mängel in meinem Gerät liegen, hatte ich keine Ausfall mehr im letzten Jahr. Mit den digitalen I/O-Optionen hast du “fast” unendliche Möglichkeiten.



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